In Cambridge on
12/02/2017

Newnham College

Newnham ist eines von drei Colleges in Cambridge, das nur Frauen zum Studium zulässt. Dementsprechend ist es stark mit der Geschichte von Frauen in der Bildung verbunden. Während meiner Recherche für diesen Artikel wurde ich ehrlich gesagt ziemlich wütend als ich zum ersten Mal richtig nachgelesen habe, wie hart Frauen kämpfen mussten, um als volle Mitglieder der Universität akzeptiert zu werden.

Früher war die Ausbildung von Frauen dazu bestimmt, sie zu attraktivem „Heiratsmaterial“ für Männer heranzuziehen. Man glaubte sogar, dass ein Studium wider der Natur von Frauen sei und dass zu viel Wissen die Fruchtbarkeit einer Frau mindere. Wie bitte, was? Das hört sich von einem heutigen Standpunkt aus reichlich lächerlich an und ich hoffe, dass die Leute in 100 Jahren über unsere geschlechterspezifischen Schwierigkeiten ebenfalls lachen werden, zum Beispiel über die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern.

Newnham College Clough Hall

Im Jahre 1870 wurden an der Universität Cambridge zum ersten Mal Vorlesungen für Frauen gehalten. Diese Frauen waren schon bald auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft, um nicht mehr so weit von außerhalb nach Cambridge pendeln zu müssen. Henry Sidgwick, einer der Organisatoren der Vorlesungen, mietete 1871 ein Haus in der Regent Street für diese Studentinnen. Als immer mehr Frauen eine Wohnung brauchten, wurde 1875 Newnham Hall eröffnet, ein Gebäude das noch heute auf dem Gelände von Newnham College steht.

Sidgwick Building

College Profil

Name: Newnham College

Gegründet: 1871 von Henry Sidgwick

Lage: Sidgwick Avenue
Newnham befindet sich am westlichen Rand des Stadtzentrums, in der Nähe der Universitätsbibliothek und Sidgwick Site, das viele geisteswissenschaftliche Fakultäten beheimatet.

Größe: 360 Studenten, 290 postgraduierte Studenten, ca. 110 neu zugelassene Studenten pro Jahr

Besonderheiten:

  • Newnham ist ein „women-only“ College
  • Bibliothek: Die Bibliothek in Newnham College ist eine der am besten ausgestatteten College Bibliotheken in Cambridge, mit einer Sammlung von 90.000 Bänden, die ca. 6000 seltene Bücher beinhalten.
  • Architektur: Newnham beschäftigte einen College Architekt, Basil Champneys, was damals eher unüblich war. Er plante alle Gebäude von 1871 bis zur Fertigstellung von Peile Hall 1910.
  • Der Garten: In Newnham gibt es einen wunderschönen Garten, der für die Allgemeinheit zugänglich ist. Man darf hier sogar den Rasen betreten!

Mein Eindruck:
Ich bin eher zufällig auf Newnham College gestoßen als ich an einem milden und sonnigen Nachmittag im letzten Frühling die Universitätsbibliothek besucht habe. Das Tor am Ende von Newnham Walk ist mir sofort ins Auge gesprungen und ich dachte, ich schau einfach mal, was sich hinter dem roten Backstein verbirgt – und ich wurde nicht enttäuscht!

Pfeiffer Building

Newnham kann sich wirklich sehen lassen mit dem wunderschönen Garten und der Architektur im Viktorianischen Stil des späten 19. Jahrhunderts. Und das Beste ist, dass man weit und breite keine Porter sieht, die einen davon abhalten, den Rasen zu betreten. Auf der Webseite werden Besucher sogar dazu ermutigt, den Garten zu erkunden und es gibt auch private Führungen.


Newnham College mag vielleicht nicht direkt im Stadtzentrum liegen und es ist auch nicht so riesig wie King’s College zum Beispiel, aber es ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Das College strahlt so viel Ruhe und Frieden aus. Und außerdem steht hier die schönste Parkbank in Cambridge.

Best bench in town!

Von allen Colleges, die ich bisher gesehen habe, ist Newnham mein liebstes, und wenn ich mal ein bisschen Ruhe brauche, spaziere ich öfter durch den Garten, um dort aufzutanken. Ich freu mich auf den Frühling, wenn hier alles wieder blüht und grün wird!

Herbstliches Newnham College

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2 Comments

  • Angie

    Herrlich!!!! Tolle Infos, gut geschrieben, schöne Fotos, Lebensfreude… Das College würd ich gern besuchen 😊

    Montag, der 13. Februar 2017 at 16:23 Reply
    • lena

      😀 Kommt auf die Liste bei eurem nächsten Besuch. 😉

      Montag, der 13. Februar 2017 at 16:28 Reply

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