In Cambridge on
12/06/2016

The Bumps

May Bumps Cambridge

Es gibt so einiges, das einfach so typisch Cambridge ist: das College-System, die Kleiderordnung zu bestimmten Anlässen oder die Masse an Fahrrädern in der Innenstadt. Eine Sache, die wohl auch immer mit Cambridge in Verbindung gebracht wird, ist das Rudern. Ein Highlight des Rudersports hier in Cambridge sind definitiv die „May Bumps“, die jedes Jahr im Juni (und nicht im Mai!) stattfinden.

Bei diesem Wettkampf treten mehrere Mannschaften der 31 Colleges in Achter-Ruderbooten gegeneinander an und versuchen, das vor ihnen liegende Boot einzuholen und zu stoßen (to bump). Bevor eine laute Kanone zum Start ertönt, reihen sich die Ruderboote mit einem Abstand von 90 Fuß oder eineinhalb Bootlängen hintereinander auf dem Fluss ein. Der Abstand wird dadurch eingehalten, indem der „Coxswain“ (oder auch kurz „Cox“), der das Boot steuert, eine am Ufer befestige Kette hält und erst dann loslässt, wenn der Kanonenschlag zum Start ertönt.

May Bumps Cambridge

Almost bumped!

Dann kommt der spannende Teil: Die Mannschaften versuchen, das vor ihnen liegende Boot einzuholen ohne selbst vom Boot hinter ihnen eingeholt zu werden. Sobald ein Boot ein anderes eingeholt hat, also ein „bump“ passiert ist, rudern die zwei betroffen Boote ans Ufer und lassen die übrigen Boote hinter ihnen vorüberziehen. Dabei kann es manchmal passieren, dass eine Mannschaft das Boot drei Startplätze vor ihnen stößt, was „overbumps“ genannt wird. Wenn es keinen „bump“ gibt, wird das „row over“ genannt.

May Bumps Clearing River

Clearing the river after a bump

Die Bumps ziehen sich über vier Tage und jeden Tag wiederholt sich dieses Prozedere aufs Neue. Der einzige Unterschied ist, dass die Boote ihre Startplätze innerhalb ihrer Liga verbessern können. Wer also ein Boot gestoßen hat, rückt einen Platz vor, während das gestoßene Boot einen Platz zurückfällt. Aufgrund der Vielzahl an Mannschaften aus den verschiedenen Colleges wurden „Divisions“, also Ligen, eingeführt. Aktuell gibt es für die May Bumps neun Ligen mit jeweils 17 Booten. Die letzte Position aus dem vorigen Jahr bestimmt, zu welcher Liga man gehört und welchen Startplatz man innerhalb der Liga einnimmt.

Und wer ist am Ende der Gewinner?

Die Top Mannschaften streben natürlich „headship“ an, also das erste Boot in der ersten Liga zu sein. Dieses Ziel ist jedoch nur für die Top 5 in der ersten Liga realistisch. Die restlichen Mannschaften versuchen, jeden Tag ein anderes Boot zu stoßen und somit immer einen Platz vorzurücken. Wer das schafft, bekommt „Blades“ – ein Ruder in den College-Farben, auf dem die Namen der Mannschaft verewigt sind. Wer hingegen jeden Tag gestoßen wurde, bekommt „Spoons“, einen hölzernen Löffel, der symbolisch für die Niederlage steht.

Die Boote, welche die Mannschaften vor ihnen eingeholt haben, erkennt man an den grünen Zweigen, die sie sich zum Zeichen des Sieges ins Haar stecken. Wer vier oder mehr Plätze vorgerückt ist, trägt am letzten und spannendsten Tag des Wettkampfes eine große College Flagge im Boot mit sich und zeigt damit allen Zuschauern, dass das Boot „Blades“ gewonnen hat.

Loungers Gonville Caius

1st Loungers bumped!

Ich schau nicht wirklich gerne Sport, aber die May Bumps sind auch für Zuschauer ein spannendes Spektakel. Man kann es sich im Prinzip den ganzen Tag am Fluss gemütlich machen und alle 45 Minuten wird es spannend, wenn sich die Boote gegenseitig den Fluss runterjagen. Auch Nis war dieses Jahr mittendrin als Nr. 5 im 1st Loungers Boot von Gonville & Caius und hat Blades gewonnen!

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